Gestern Abend habe ich im hr die Sendung „She Makes Money“ gesehen. Ein Thema ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: die Rentenlücke von Frauen.
Nicht, weil wir noch eine weitere Zahl benötigen, die uns Angst macht. Sondern weil eine unbekannte Lücke bedrohlich wirken kann – eine bekannte Zahl hingegen lässt sich in einen Plan verwandeln.
Frauen ab 65 Jahren verfügten 2025 im Durchschnitt über rund ein Viertel weniger Alterseinkünfte als Männer. Betrachtet man ausschließlich eigene Ansprüche und lässt Hinterbliebenenleistungen außen vor, betrug der Unterschied sogar 36 Prozent. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.
Die Gründe dafür liegen häufig in der Erwerbsbiografie:
All das kann dazu führen, dass Frauen weniger eigene Rentenansprüche und weniger persönliches Vermögen aufbauen.
Die einfache Grundformel lautet:
Gewünschtes monatliches Netto im Ruhestand
minus erwartete monatliche Netto-Alterseinkünfte
gleich monatliche Rentenlücke
Ein Beispiel:
Daraus ergibt sich:
2.500 Euro − 1.900 Euro = 600 Euro monatliche Rentenlücke
Auf ein Jahr gerechnet fehlen in diesem Beispiel 7.200 Euro.
Eine pauschale Regel besagt häufig, dass im Ruhestand etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens benötigt werden. Das kann eine erste Orientierung sein – genauer ist jedoch ein Blick auf das eigene Leben.
Frage dich:
Dein Ziel sollte nicht irgendeine allgemeine Prozentzahl sein. Es sollte ein Budget sein, das zu deinem gewünschten Leben passt.
Die jährliche Renteninformation zeigt dir deine bisher erworbenen Ansprüche und eine Hochrechnung der zu erwartenden gesetzlichen Rente. Die dort genannten Beträge sind allerdings Bruttowerte. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie möglicherweise Steuern gehen noch davon ab. Darauf weist auch die Deutsche Rentenversicherung hin. Hinzu kommt die Inflation: 2.000 Euro werden in 20 Jahren voraussichtlich nicht mehr dieselbe Kaufkraft besitzen wie heute. Vergleiche deshalb immer:
Die errechnete Zahl zeigt dir zunächst nur den Abstand zwischen deinen heutigen Erwartungen und deinen voraussichtlichen Alterseinkünften. Sie sagt nicht, dass diese Lücke unveränderlich ist. Du kannst beispielsweise:
Besonders der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.
Sparen legt Geld zur Seite. Investieren gibt ihm die Möglichkeit, langfristig für dich zu arbeiten. Wer über viele Jahre regelmäßig investiert, kann nicht nur eigenes Kapital einzahlen, sondern auch von möglichen Erträgen und dem Zinseszinseffekt profitieren. Dadurch kann ein zusätzlicher Vermögensbaustein entstehen, der später beispielsweise:
Investieren schließt eine Rentenlücke allerdings nicht automatisch. Wertentwicklungen sind nicht garantiert, Kurse können schwanken und Verluste sind möglich. Deshalb gehören eine ausreichende Liquiditätsreserve, ein langer Anlagehorizont, breite Streuung und eine Strategie, die zum eigenen Leben passt, unbedingt dazu. Es geht nicht darum, irgendein Finanzprodukt zu kaufen. Es geht darum, dein Geld bewusst auf unterschiedliche Aufgaben zu verteilen:
Sicherheit für heute.
Rücklagen für das Planbare.
Wachstum für deine Zukunft.
Vielleicht beträgt deine Rentenlücke 200 Euro. Vielleicht sind es 800 Euro oder deutlich mehr. Entscheidend ist zunächst nicht, wie groß die Zahl ist. Entscheidend ist, dass du sie kennst. Denn dann kannst du aus einer abstrakten Sorge konkrete Fragen entwickeln:
Aus der Rentenlücke wird so keine Angstrechnung, sondern der Ausgangspunkt für deinen persönlichen Vermögensplan.
Altersvorsorge bedeutet für mich nicht, jahrzehntelang auf einen einzigen fernen Zeitpunkt hinzuarbeiten. Ein eigenes Vermögen verändert bereits vorher etwas. Es schafft Handlungsspielraum. Es kann dir ermöglichen, Arbeitszeit zu reduzieren, Entscheidungen freier zu treffen oder nicht vollständig von einem Einkommen, einem Arbeitgeber oder einer Partnerschaft abhängig zu sein.
Die größere Frage lautet daher nicht nur: Wie schließe ich meine Rentenlücke?
Sondern auch: Welches Vermögen möchte ich aufbauen – und was soll dieses Geld in meinem Leben möglich machen?
Kennst du deine persönliche Rentenlücke bereits? Und hast du einen Plan, wie du ihr mit eigenem Vermögensaufbau begegnen möchtest?
Du musst nicht erst vermögend sein, um wie eine Investorin zu denken. Mein kostenloses Workbook hilft dir, deine finanzielle Ausgangslage zu verstehen, deinem Geld klare Aufgaben zu geben und deinen nächsten bewussten Schritt zu entwickeln. In meinem kostenfreien Telegram Kanal kannst du dir das Workbook kostenfrei herunterladen.
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